Behindert durch Begabung, Teil 2 – Julian ungehindert!

Individuelles Lernen an einer bayerischen Grundschule. Was wie „Science – Fiction“ klingt, klappt manchmal schon ganz gut! Mehr Beispiele dieser Art, bitte!

Die Ausgangssituation von Julian, einem vermutlich hochbegabten Kind könnt ihr in meinem Artikel: Behindert durch Begabung lesen.

Heute möchte ich euch berichten wie es weiterging. Julian hat sich in der ersten Klasse furchtbar gelangweilt, er wollte aber die erste Klasse nicht überspringen, weil er bei seinen Freunden bleiben wollte. Außerdem war da noch das Thema mit seiner Schrift… alles nicht so einfach… Der Junge passte einfach nicht in eine Schublade. Also weder in die erste noch in die zweite Klasse.

Tatsächlich hat die Lehrerin des Jungen nun einen Weg gefunden. Sie hat sich mit ihren Kolleginnen und den Eltern abgesprochen. Und nun läuft es!

Julian besucht unregelmäßig die zweiten Klassen. Er darf dort mitarbeiten und Proben mitschreiben. So sieht die Lehrerin was Julian schon alles kann. Unabhängig von einem IQ-Test kann sie dadurch einschätzen wo ihr Schüler steht. Jetzt bekommt er Arbeitsaufträge die passen! Und er wird herausgefordert mit Aufgaben, die sonst Kinder in der zweiten oder dritten Klasse lösen. Beim Schreibenlernen macht er in seiner Klasse mit.

Dem Erstklässer geht es sehr gut mit dieser Lösung: „Endlich geht er gerne in die Schule.“ meint seine Mama. „Sein Buch das er gegen die Langeweile in der Schule immer dabei hatte, braucht er nun nicht mehr.“

Obwohl er das Rechen im Zahlenraum bis 100 nicht grundlegend in der Schule gelernt hat (das kommt in der zweiten Klasse). Kann er es und noch mehr… Malrechnen und auch bis 1000 rechnen klappt schon: „Das ist ja alles logisch!“ sagt Julian. Dementsprechend bekommt er heute solche Aufgaben von seiner Lehrerin, damit wird er dort abgeholt wird wo er steht und kann sich in seiner Geschwindigkeit weiterentwickeln.

Seine Hausaufgaben erledigt er ruck zuck! Während seine Mama noch den Taschenrechner zückt, hat der Erstklässler die Rechenaufgabe bereits im Kopf gelöst. Nach den Hausaufgaben kommen seine Freunde zum spielen. Alles ganz normal… Nur mit dem kleinen Unterschied das der Erstklässer Rechenaufgaben aus der dritten Klasse löst, Leseblätter aus der zweiten bearbeitet und die Schreibübungen der ersten Klasse macht.

Julians Lehrerin hat eine super Lösung für ihn gefunden. Alle sind zufrieden.

Mal schauen wie sein Weg weitergeht… Wir drücken die Daumen, dass Julian weiterhin so tolle Lehrerinnen bekommt wie er jetzt eine gefunden hat.

Habt ihr auch Inklusions – Geschichten? Dann schreibt mir! Wie ihr seht, geht es bei Inklusion nicht nur um Kinder mit Behinderung, sondern im Kern um Individuelles Lernen für alle Kinder!

 

 

 

 

(first on fix und fraxi)

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