Inklusion gelingt, wenn der Lehrer stimmt!

 

Auf der Suche nach einer „humanen Schule“ wurde ich herb enttäuscht. Schulen mit geeigneten Konzepten sind Mangelware und werden sehr stark nachgefragt. Also war keine der (Förder-) Schulen bereit die Stärken meines Kindes so zu fördern, dass die Schwächen kompensiert werden. In keiner dieser Schulen habe ich Kinder mit Down-Syndrom gesehen – für mich ein Indikator für ernstgemeinte Inkluion. Also entschlossen wir uns den echten inklusiven Weg zu gehen.

Zum Glück haben wir Eltern das Recht zwischen Regel- und Förderschule zu wählen. Die Regelschule muss sich dann auf das Kind einstellen und nicht umgekehrt!  An diesem Punkt ist aber bereits ein Konflikt vorprogrammiert. Denn in der Denke der Schule müssen „Kinder schulreif sein und nicht die Schule kindreif.

Und so mussten wir für das Gelingen der Inklusion stark kämpfen. Momo bekam erst eine Lehrerin, die offen sagte, dass sie ihn zwar unterrichten könnte, das aber nicht wolle! Dementsprechend war alles schwierig – sehr schwierig! Der Schulbegleiter wurde über Stunden vor die Tür gestellt, das spezielle Rechenmaterial wegdiskutiert. Momo könne in der Förderschule besser unterrichtet werden. Zu keiner Zeit wurde gefragt wie die Inklusion gelingen könne. Wir hatten das Gefühl, Momo sollte bis spätestens Weihnachten von der Regelschule runter sein. Aber wir wussten, dass Momo nicht von der Schule verwiesen werden konnte und, dass er das Recht hat dabei zu sein und das Recht etwas zu lernen sowie dass Beamte sich an Gesetze halten müssen.

…und Momo…, der stand jeden Tag fix und fertig angezogen in der Tür mit dem Ranzen auf dem Rücken und wollte in seine Schule. Auch an Tagen, an denen mein Mutterherz so blutete, dass ich ihn am liebsten zu Hause gelassen hätte. 

Noch bevor mein Sohn Schaden nehmen konnte wandten wir uns ans Schulamt.                                                                                                                                          Schnell und problemlos durfte Momo die Klasse wechseln. Die jetzige Lehrerin lässt ihn alles mitmachen, der Schulbegleiter ist nun bei seinem Schützling, darf strukturieren, emotional unterstützen und Aufgaben nochmal erklären. Alles was nötig ist, um mein Kind zu unterrichten und zu prüfen steht in der bayerischen Schulordnung – und durch die Reduzierung auf die wesentlichen Lernziele besteht sogar die Aussicht, dass Momo die zweite Klasse schafft!

…und Momo, der hat dann gemeint: „Er geht nur noch in diese Klasse, da sei es voll cool. Zur anderen Lehrerin will er nicht mehr.“ 

Die jetzige Lehrerin ist überrascht wie einfach es ist eine „inklusive“ Klasse zu führen.                                                                                                                                                 Wie wenig sie tatsächlich tun muss. Auch sie hat zwar immer die Angst Momo zu wenig zu fördern, aber diese Angst ist unbegründet. Soviel wie mit ihrer Klasse hat Momo noch nie gelernt. Dass es so gut klappt ist aber eigentlich kein Wunder, denn durch eine glückliche Fügung (nicht durch die Planung der Schule) ist Momo jetzt in der Klasse seiner Kindergartenfreunde und notfalls erklären diese auch einem Erwachsenen wie man mit Momo richtig umgehen muss! Mit zwei der Kinder war Momo bei der Schulvorbereitung in Frau Anderliks Praxis – klar, dass er dort in seinem Rahmen kognitiv und sozial fit wurde!

  • Zum Glück hat er nun eine wohlwollende Lehrerin, die sich überlegt wie Momo am selben Stoff wie die anderen lernen kann.
  • Zum Glück geht es nicht mehr darum was er nicht kann, sondern darum was er kann und wie man Wissen vermehrt.

…und Momo, der macht Quatsch mit seinen Schulfreunden. Traut sich immer mehr zu und hat nach wie vor Spaß am Leben. 

 

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